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Elektroschrott

Fast Phones – Das schnelle Leben eines elektronischen Geräts

Die Handyproduktion hat viele Probleme

Handys sind unverzichtbare Lifestyleprodukte, bei dem viele immer auf dem neusten Stand sein wollen. Jährlich werden 1.4 Milliarden dieser Geräte produziert – und haben für Umwelt und die Menschen dramatische Folgen. 

Allein die Produktion unserer Smartphones stösst Unmengen an CO2 aus und erfolgt unter menschenunwürdigen Bedingungen. Viele wurden zudem so verbaut, dass sie kaum oder nur schwer repariert werden können. Ist ein Gerät defekt, kauft sich die Kundschaft daher bald ein neues Gerät und das alte wird zu Abfall.

Auch die produzierte Menge unserer Geräte ist problematisch. Mittlerweile wächst der Elektroschrott fast dreimal so schnell wie der restliche Abfall. Im Jahr 2019 haben wir weltweit über 53 Millionen Tonnen Elektroschrott verursacht – das entspricht 5300 Eiffeltürmen. Bis 2030 soll der Wert noch mal um 40 Prozent zunehmen. Dabei würden viele Elektrogeräte wichtige Rohstoffe bergen, die zurück in den Kreislauf gebracht werden könnten.

Die Reparatur von gebrauchten Handys bringt was

Die komplizierte Konstruktion unserer Geräte macht eine günstige Reparatur beinahe unmöglich. Zudem sind Wissen zum Vorgehen und Zugang zu Ersatzteilen nur beschränkt verfügbar. Und meist ist die Reparatur teurer als der Kauf eines Neugeräts. Diese Problematik wird in diesem Blogbeitrag ausführlich beschrieben. Dabei würde die Reparatur eigentlich ermöglichen, dass elektronische Geräte länger genutzt werden können.

Vorteile des Recyclings

Ein gewöhnliches Handy besteht aus bis zu 62 verschiedenen Metallen. Wenn Geräte recycelt werden, können wir wertvolle Materialien wie Kunststoffe, Glas oder gar Seltene Erden zurückgewinnen und in den Kreislauf führen. Trotzdem werden jährlich nur ein Fünftel aller Geräte eingesammelt und recycelt. Es gibt sogar mehr Gold pro Tonne in alten Geräten als im herkömmlichen Goldabbau. Die wichtigsten Vorteile und der Ablauf des Recycling sind in diesem Beitrag erläutert.

Was passiert mit alten Handys?

Was mit alten Elektrogeräten geschieht, ist nicht immer ersichtlich. Weltweit lässt sich nur von ungefähr vierzig Prozent nachweisen, dass sie recycelt werden. Andere verstauben in Schubladen, landen auf Mülldeponien – oder werden illegal nach Asien und Afrika exportiert. Allein in Ghana werden über 215’000 Tonnen e-Waste deponiert. Meist als Gebrauchtware deklariert ist Elektroschrott für Schrotthändler*innen zwar lukrativ, doch für die Arbeitenden sehr gefährlich.

Problem des falschen Recyclings

Werden die Elektrogeräte nicht sachgemäss entsorgt, gefährdet dies die Umwelt und Menschen. Bei der Sammlung und Lagerung alter Elektrogeräte treten schädliche Stoffe wie Blei, Quecksilber oder bromierte Flammschutzmittel aus, die in Boden und Grundwasser gelangen und so unserer Gesundheit schaden.

Ein gewaltiger Abfallberg solcher Geräte findet sich auf Agbogbloshie in der Hauptstadt von Ghana. Arbeitende zerlegen dort Handys von Hand, damit sie an die wertvollen Rohstoffe gelangen – und mit dem mageren Verdienst ihre Familie ernähren können. Doch dieser Job hat es in sich. Vor allem das fehlende Wissen und die kaum vorhandene Arbeitssicherheit machen den Vorgang gefährlich.

Um an Kupfer, Gold oder Aluminium zu kommen, verbrennen die Arbeitenden Ladekabel und Drähte oder lösen Gehäuse in Säure auf – und das alles ohne Schutzkleidung. Dabei treten schädliche Gase und Flüssigkeiten aus, die sie einatmen und die in Boden, Luft und Wasser dringen. So entstehen gesundheitliche Folgen: Nerven- und Organsysteme werden geschädigt, die Gehirnentwicklung beeinträchtigt und Fehlgeburten häufiger. Nicht nur die Arbeitenden selbst, sondern der gesamte Umkreis der Deponien leidet unter den Auswirkungen. Weltweit starben über eine Million Menschen an den Giften, die in ihren Körpern abgelagert worden sind. Auch die Umwelt spürt die Belastung. Giftige Schwermetalle wie Zinn oder Blei lagern sich in der Umwelt ab. 

Trotzdem bieten Orte wie Agbogbloshie Arbeitsplätze und retten wertvolle Rohstoffe. Dadurch, dass e-Waste viele wertvolle, aber auch schädliche Stoffe liefert, ist es umso wichtiger, dass sicheres Recycling gefördert wird – für Mensch und Umwelt. Landen die Geräte nicht auf Mülldeponien, sondern werden korrekt recycelt, lassen sich viele Materialien zurückgewinnen. So wirken wir dem schädlichen Abbau entgegen.

Auch die Produktion ist schädlich

Die grösste Umweltbelastung findet bei elektronischen Geräten lange, bevor die Kundschaft sie in den Händen hält, statt. Vor allem der Abbau der Rohstoffe hat schwerwiegende Folgen für die Natur und die Gesundheit der Arbeitenden. Mit schlechter Ausrüstung und ohne Schutzkleidung klettern sie in enge Schächte, um an wertvolles Erz zu kommen. Mit Laugen und Säuren und einer Hochtemperaturchlorierung werden die Seltenen Erden aus diesem gelöst. 

Diese Mischung kreiert extrem giftigen Schlamm, der durch Böden und ins Wasser sickert und sich negativ auf die Umwelt auswirkt. Landwirtschaftliche Produkte werden kontaminiert und langzeitliche Gesundheitsschäden sind die Folge. Zusätzlich ist auch die Lage der Arbeitenden problematisch. Im Kongo kontrollieren kriminelle Banden den Abbau. Durch den Vertrieb der Seltenen Erden finanzieren sie sich die Waffen, um ihre Macht zu sichern. Zudem sind Zwangs- und Kinderprostitution in der Nähe der Minen nicht selten.

Die einzelnen Komponente der Geräte müssen von den Minen zu den Produktionsstätten gebracht werden – und von dort zu uns in den Laden. So verursacht der Transport noch mehr CO2. Handys sind also mit gewaltigen Lieferketten verbunden, die die Umwelt und die Gesundheit der Lebewesen gefährden.

Was kann ich tun?

Die Lieferkette unserer elektronischen Geräte bedroht die Umwelt und unsere Gesundheit. Vom Abbau der Rohstoffe, Produktion der Endgeräte, bis hin zu ihrem Lebensende treten Unmengen an CO2 und Giftstoffen in die Luft, das Wasser und den Boden. Das sollte nicht sein. In Smartphones befinden sich wertvolle Rohstoffe, die durch richtiges Recycling zurück in die Kreisläufe fliessen können. Indem wir diese weiterverwenden, wirken wir dem schädlichen Abbau entgegen und schützen so Natur und Mensch. 

Dazu müssen wir das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen. Richtige Entsorgung der defekten Geräte, Schulung der Personen, die Recycling durchführen, oder Förderung der Reparatur und des Refurbishings solcher Geräte, die noch gebraucht werden können – all das schützt unsere Umwelt und die Rohstoffe.

Dazu ist auch die Unterstützung der Herstellenden und der Regierung gefordert. Gestalten sie die Handys reparabel, kann die Lebensdauer der Geräte verlängert werden. Wird ein einziges Smartphone wiederverwendet, können 14kg Rohstoffe und 58kg CO2-Äquivalente gespart werden. Und genau das ist unerlässlich, wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht.

Konkret: Dein erster Schritt zu einem umweltfreundlicheren Handy sollte sein, dass du das nächste Gerät nicht neu sondern refurbished kaufst. Wenn das nicht nur du sondern viele mehr tun, vermeiden wir einiges an negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

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