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Das Problem mit den Seltenen Erden

Man hört immer wieder von ihnen und mittlerweile stecken sie in vielen Alltagsartikeln. Oftmals wird gesagt, dass sie schlecht für die Umwelt sind und deshalb vermieden werden sollten. Trotzdem weiss kaum jemand, was seltene Erden wirklich sind und welche Probleme sie verursachen.

Was sind Seltene Erden und wozu werden sie verwendet?

Der Name “Seltene Erden” täuscht, denn eigentlich sind sie überhaupt nicht so selten. In der Erdkruste findet man manche von ihnen sogar häufiger als zum Beispiel Blei oder Quecksilber. Ausserdem ist der Name “Seltene Erden” nicht ganz korrekt, denn eigentlich wäre es “Metalle der seltenen Erden”. Diese Bezeichnung stammt noch aus der Zeit, als man diese Elemente entdeckte. Damals bezeichnete man Oxide (also die Verbindung von einem chemischen Element mit Sauerstoff) als “Erden”. Die insgesamt 17 Metalle der seltenen Erden reagieren sehr leicht mit Sauerstoff und lassen sich deshalb meist nur in ihrer Oxid-Form finden. Sie haben oft ähnliche Eigenschaften: Sie sind silbrig glänzende Metalle, die an der Luft schnell mit Sauerstoff reagieren und so anlaufen oder gar entflammen. Mittlerweile sind solche Metalle in fast allen elektrischen Geräten zu finden. Sie sind in LED’s, LCD-Bildschirmen, Smartphones, Notebooks und noch vielem mehr vertreten. Oftmals kann man bei ihrer Herstellung nicht auf die Seltenen Erden verzichten.

Seltenerdmetalle in Smartphones

Je nach Smartphone Modell, sind mehr oder weniger Seltenerdmetalle darin verbaut. Von den insgesamt 17 seltenen Erden, kann man nur das Metall Promethium nicht darin verbauen, denn dieses ist radioaktiv. Die anderen 16 Seltenerdmetalle könnten grundsätzlich in jedem Elektrogerät in geringen Mengen auftauchen. Zu den am häufigsten verwendeten Elementen gehören Neodym, Dysprosium und Cer, die in kleinen Mengen unter anderem im Mikrofon, Lautsprecher oder Display deines Smartphones verbaut sein können. Andere Beispiele sind Yttrium, das in Speicherchips genutzt wird und Lanthan, welches in Akkus steckt. Ohne Seltenerdmetalle wäre das Smartphone also nicht dazu in der Lage, Töne abzuspielen oder deine Fotos zu speichern.

Wo liegt dann das Problem?

Obwohl diese «seltenen» Erden überhaupt nicht selten sind, gibt es mehrere ökologische, ökonomische und politische Probleme, die mit dem Abbau verbunden sind. Einerseits ist der Abbau oftmals mit Kinderarbeit verbunden. Andererseits gibt es leider nicht überall auf der Welt gleich viele Vorkommen von diesen Metallen. Deshalb ist der Abbau auf wenige Orte konzentriert und sehr teuer und aufwendig. Zurzeit dominiert China den Weltmarkt mit seltenen Erden. Dort gibt es nämlich das wohl grösste Vorkommen. Ein weiterer wichtiger Grund dafür ist, dass sie weniger strenge Auflagen für den Klimaschutz besitzen. So können sie deutlich günstiger Abbauen als im Westen. Diese Monopolstellung könnte in der Zukunft zu Lieferengpässen führen und von China als politisches Druckmittel genutzt werden. Aber ganz abgesehen von den politischen Problemen, gibt es viele dauerhaftere Probleme, die mit unserer Umwelt zu tun haben. Denn die abgebauten Mineralien müssen bearbeitet werden, sodass die Metalle am Schluss in möglichst reiner Form vorhanden sind. Dazu werden verschiedenste Säuren und Laugen verwendet. So können die Metalle herausgelöst werden. Dabei entsteht ein Abfallprodukt, die sogenannte Schlacke. Ihn ihr sind verschiedenste hochgiftige Chemikalien, Schwermetalle und auch noch radioaktive Stoffe enthalten. Wegen den mangelnden Vorschriften in vielen Ländern, werden diese aber nicht fachgerecht entsorgt, sondern oftmals gleich neben den Minen in künstlichen Schlacke-Seen gelagert. Von dort aus können sie ungehindert in die Umwelt geraten und so Tieren, Pflanzen und den Menschen schaden.

Was kann man unternehmen?

Ganz einfach: reduce, reuse, recycle. Natürlich wäre es effektiver, wenn es strengere Vorschriften für den Abbau geben würde. Daran kann man aber als Konsument im Moment leider nicht viel ändern. Trotzdem kannst du versuchen, weniger Seltene Erden zu verbrauchen. Zum Beispiel indem du dich vor dem Kauf darüber informierst, ob recycelte Rohstoffe verbaut sind oder nicht. Apple wirbt zum Beispiel damit, dass im iPhone 12 bereits 98% der darin verbauten Seltenen Erden recycelt sind. Zudem solltest du dir Gedanken dazu machen, ob du wirklich etwas Neues brauchst, oder ob du vielleicht ein Occasiongerät kaufen möchtest. Hast du noch ein altes Gerät zu Hause? Dann wirf es nicht gleich weg. Vielleicht kannst du es noch verkaufen oder reparieren lassen. Wenn es wirklich nicht mehr geht und du es wegwerfen möchtest, gibt es trotzdem einiges zu beachten. Achte darauf, dass du es nicht in deinen normalen Hausmüll wirfst. Stattdessen kannst du es in einem speziellen Müll für Elektrogeräte entsorgen. So können vielleicht noch einige Wertstoffe recycelt werden.

Falls dich die Themen Smartphone und Umwelt interessieren, solltest du unseren Blogbeitrag über die CO2-Emissionen von Smartphones anschauen!

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